ElringKlinger mit kräftigem Umsatzplus im zweiten Quartal 2018

07.08.2018

Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat im zweiten Quartal 2018 ein kräftiges Umsatzplus erzielt. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresquartal konnte der Umsatz um 23,0 Mio. Euro oder 5,6 % auf 430,8 (407,8) Mio. Euro gesteigert werden.

Darin enthalten ist eine Berichtigung des Umsatzes um 10,9 Mio. Euro oder 2,7 Prozentpunkte aufgrund des Hug-Verkaufs. Ebenso umsatzmindernd - um 13,6 Mio. Euro oder 3,3 Prozentpunkte - wirkten sich Wechselkurseffekte aus. Dabei spielten insbesondere die Entwicklungen des Schweizer Franken, des mexikanischen Pesos und des US-Dollars eine Rolle. Bereinigt man den Umsatz um die translatorischen Effekte und den Hug-Verkauf, konnte er im Berichtsquartal organisch um 47,5 Mio. Euro oder 11,6 % gesteigert werden. Damit hat der Konzern das Wachstum der globalen Automobilproduktion (+6,6 %) um 5 Prozentpunkte übertroffen.

 

Der Umsatzzuwachs des Konzerns erstreckt sich auf alle Regionen. So nahm ElringKlinger in der Region Südamerika und Übrige im zweiten Quartal 2018 um 9,4 % zu, in seinem Kernmarkt Europa (inkl. Deutschland) um 5,6 %. Auch in Asien-Pazifik war mit 0,8 % ein leichtes Wachstum zu verzeichnen. Bemerkenswert ist die Entwicklung in der NAFTA-Region. Hier stieg der Konzernumsatz im zweiten Quartal 2018 um kräftige 9,4 % gegenüber dem Vorjahresquartal, obwohl die Fahrzeugproduktion in dieser Region im gleichen Zeitraum leicht rückläufig (-0,8 %) war. Damit lag ElringKlinger mit seinem NAFTA-Umsatzwachstum um mehr als 10 Prozentpunkte über der entsprechenden Marktentwicklung.

"Wir wachsen in allen Kernsegmenten, was zeigt, dass unsere Produkte weltweit stark gefragt sind", stellt der Vorstandsvorsitzende der ElringKlinger AG, Dr. Stefan Wolf, fest. "Die hohe Nachfrage spiegelt sich auch in der Auftragslage wider: Wir haben neue Aufträge in Höhe von 459 Mio. Euro erhalten und erzielen damit ein Niveau, das um 11 % über dem Vorjahr liegt. Darüber hinaus bedeutet der Auftragsbestand von über 1 Mrd. Euro ein neues Rekordniveau für ElringKlinger."

Trotz der überaus starken Nachfrage, der nachhaltig hohen Kapazitätsauslastung und der gestiegenen Rohstoffpreise konnte der Konzern die Ergebnisbelastungen im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten einschränken. Insgesamt erzielte der Konzern von April bis Juni ein EBIT vor Kaufpreisallokation von 26,3 (37,2) Mio. Euro. Die um den Einmalerlös aus dem Hug-Verkauf bereinigte EBIT-Marge vor Kaufpreisallokation verbesserte sich von 4,0 % im ersten Quartal auf nunmehr 6,1 % (9,1 %). Im ersten Halbjahr beträgt die Marge 7,5 % (9,1 %).

Der Wachstumskurs von ElringKlinger zeigt sich auch anhand der weiteren Kennzahlen. So legte das Net Working Capital zum 30. Juni 2018 mit 605,9 Mio. Euro gegenüber dem Jahresultimo 2017 um 9,5 % zu. Wesentlicher Faktor war der umsatzgetriebene Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Bei den Investitionen in Sachanlagen und Finanzimmobilien zahlt sich der disziplinierte Ansatz des Konzerns aus. Sie betrugen im ersten Halbjahr 67,7 (72,0) Mio. Euro und nahmen damit im Vorjahresvergleich um 4,3 Mio. ab. Die Investitionsquote lag somit bei 7,9 %, wird aber aufgrund von geplanten Auszahlungen im zweiten Halbjahr weiter in einem Spektrum von rund 9 bis 10 % für das Gesamtjahr erwartet. Der operative Free Cashflow belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf minus 42,2 (-21,8) Mio. Euro.

Nach einem für die Automobilbranche starken Quartal nehmen die ökonomischen und politischen Unsicherheiten für die zweite Hälfte des Jahres zu. Wirtschaftliche Folgen aus dem WLTP-Zertifizierungsprozess für Neufahrzeuge könnten sich auch auf ElringKlinger auswirken. Gleichzeitig ist noch nicht abzusehen, wie sich die internationalen Handelszölle weiter entwickeln und inwieweit sich diese in Unternehmenszahlen generell niederschlagen werden. In diesem zunehmend unsicheren Umfeld geht ElringKlinger für 2018 zunächst weiter von einem Wachstum der globalen Automobilproduktion von 2 bis 3 % aus und rechnet damit, dieses umsatzseitig um rund 2 bis 4 Prozentpunkte zu übertreffen. Gleichzeitig bestätigt der Konzern das im Juni aktualisierte EBIT-Margenziel für 2018 von rund 7 % vor Kaufpreisallokation.

Strategisch ist ElringKlinger für den Transformationsprozess der Automobilbranche sehr gut aufgestellt. Aufgrund seiner stark nachgefragten und technologisch führenden Produkte erwartet der Konzern mittelfristig weiterhin, im Umsatz die Wachstumsrate der globalen Automobilproduktion zu übertreffen und seine Profitabilität - gemessen an der EBIT-Marge vor Kaufpreisallokation - sukzessive zu verbessern.